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© André Hermans 2008

Vereinsgeschichte vom SC Zentrum

 

Am 8. Oktober 1919 wurde ein Schießclub von den Herren Heinrich Reimers, Heinrich Scheel, Heinrich Riecken, Ernst Witthoeft, Wilhelm Hüge, August Scheel, Ernst Otto und Gustav Riecken gegründet.

Sie gaben dem Verein den Namen “Zentrum“.

Auf der ersten Versammlung am 26.10.1919 wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt. An der Spitze als Präsis fungierte Karl Michaelsen, der dann auf der Generalversammlung mit seinen anderen Vorstandsmitgliedern bestätigt wurde.

Von Heinrich Reimers wurde dann eine Büchse gekauft, mit der Auflage, das Geld zurückzuzahlen, wenn es die Kasse erlaubt.

Ab Ende November wurde dann gleich ein Preisschießen durchgeführt, das sich über sechs Wochen hinzog. Dabei wurde nicht nur im Vereinslokal geschossen, sondern man ging auch in andere Lokale zum Schießen. Das Abschießen fand dann wieder im Vereinslokal statt.

Der erst Preis war eine Schubkarre, dann folgte eine Wanduhr, Axt, Beil u.v.m..

Im folgendem Jahr waren die Preise dann schon etwas größer. Es gab einen Kleiderschrank, Ausziehtisch, Schlachtertisch u.v.m..

1921 wurde auf einer Versammlung beschlossen, ein Vereinskonkurenzschiessen durchzuführen. Dazu wurden die vereine Erika Curslack, Vierlandria Schleuse, Seefeld und als Gast Hubertus Schwinde eingeladen.

Im November 1921 wurde in Anwesenheit dieser zuvor genannten Vereine und dazu Zentrum Altengamme auf einer extra einberufenen Versammlung der “Bund der vereinigten Schießclubs von Vierlanden“ gegründet. 1. Vorsitzender wurde Heinrich Klemmer vom Schießclub Vierlandria.

1922 fand zum ersten Mal im Verein ein Königsschuss statt. Erster König wurde August Wobbe.

Auf einer Versammlung am 21.07.1923 stand die Beschaffung eines Vereinsbanners auf der Tagesordnung. Ein Angebot war bereits eingeholt. Ein Banner sollte 7,5 Millionen RM kosten. Einstimmig wurde das Angebot angenommen. Am 7. Oktober war es dann soweit, das Banner wurde geweiht.

Die Festrede wurde von dem Bundesvorsitzendem Heinrich Klemmer gehalten. Am Ende der Rede wurde das Banner vom Vorsitzenden enthüllt.

Auf der Vorderseite (grün / weiß) stand der Name „Schiessclub Hitscherberg“. Die Rückseite (grün) war mit dem Schriftzug „Einigkeit macht stark“ versehen.

Bis zum Jahre 1933 ging es mit dem Verein stetig berg auf. Erfolge stellten sich ein, aber auch die Geselligkeit innerhalb des Vereins kam nicht zu kurz.

Am 30. September 1933 wurde unter dem Ortsgruppenführer Herman Dangers und dessen Stellvertreters die Gleichschaltung in unserem Verein vorgenommen. Der Vorsitzende Hermann Scheel wurde Vereinsführer und konnte ausschließlich allein über den Verein bestimmen. Aber auch mit dieser Situation wurde man fertig und das Vereinsleben ging in vollem Gange weiter. Man besuchte andere Vereine, erzielte Erfolge und feierte seine Feste wie gewohnt.

Am 20. Januar 1940 beschloss die Versammlung, das keine Schießübungen und Veranstaltungen mehr stattfinden sollten, da zu viele Schützenbrüder bereits eingezogen worden waren.

Im August 1940 legte dann auch der Vorsitzende sein Amt nieder, da nun sämtliche Vorstandsmitglieder eingezogen worden waren.

Bis zum Juli 1949, durch den 2. Weltkrieg bedingt, ruhte der Schießbetrieb.

Nach Freigabe der Luftbüchsen durch die Alliierten wurde eine Versammlung einberufen, zu der 24 Schützen erschienen. Als Vorsitzender wurde Hermann Scheel gewählt, der mit großer Einsatzbereitschaft den Schießbetrieb im Verein wieder in Gang brachte.

Man beschloss, dass es beim Einholen des Königs in Zukunft nur einen Umtrunk und kein Essen mehr geben soll, was auch heute noch Bestand hat.

Nach 10-jähriger Pause wurde im Oktober 1949 wieder um die Königswürde geschossen. Erster König wurde Heinz Witt.

Im Jahre 1950 beschloss man, dass zum besseren Erkennen in der Öffentlichkeit eine einheitliche Kopfbedeckung angeschafft werden sollte. Man einigte sich dabei auf eine grüne Mütze.

Am 27. August 1950 hatte der Schießclub Zentrum zum zweiten Mal zu einer Bannerweihe geladen. Das erste Banner war während des Krieges abhanden gekommen. In der Festrede betonte der Vorsitzende Dieter Teede, dass es nun endlich wieder aufwärts gehe und das Banner als Zeichen innerer und äußerer Verbundenheit zu sehen sei. Willy Römmer hatte eigens zu diesem Ereignis einen Schützenmarsch komponiert.

Am 19. August 1951 lud der Schiessclub Zentrum zum ersten Male wieder zum Pokalschießen des Bundes der Vierländer Schießclubs ein. Es nahmen die Vereine Vierlandria, Diana, Tell und Zentrum teil. Sieger wurde der Schiessclub Zentrum, der mit Erich Scheel auch den Bundeskönig stellen konnte.

Seit 1951 besteht ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Musikverein Lorelei, der uns auf unseren Schützenfesten und auch auf anderen Veranstaltungen immer begleitet und unterhält.

Auf dem Schützenfest des Schießclubs Seefeld wurde im Jahre 1952 noch ein Konkurrenzschießen mit Bolzen durchgeführt, obwohl sich inzwischen das Schießen mit Kugeln immer mehr durchsetzte. Es nahmen nur noch Tell und Zentrum am Bolzenschießen teil. 1954 wurde das Bolzenschießen dann ganz aufgegeben, da es immer schwieriger wurde noch Bolzen zu bekommen.

1957 sollte der Schießbetrieb modernisiert werden. Es wurden 2 elektrische Anzeiger angeschafft, um Streitigkeiten beim Auswerten zu vermeiden. Später stellte man jedoch fest, dass ein genaues Anzeigen auch damit nicht möglich war. Da auch die Durchschlagskraft der Gewehre zunahm und die Reparaturen dadurch häufiger und aufwändiger wurden, ging man wieder auf die Zugscheiben über.

Auf dem Schützenfest 1968 unternahmen die Damen einen Vorstoß um selbst im Schießclub aktiv zu werden. Der Vorstand nahm dieses auf, und breitete alles nötige für die Gründung einer Damenabteilung vor.

Auf einer außerordentlichen Versammlung wurde am 16. August 1968 die Damenabteilung als Teil des Vereins mit gleichen Rechten und Pflichten gegründet. Am ersten Abend erschienen 14 Damen, die in den Verein eintraten und den Schießbetrieb aufnahmen.

In kurzer Zeit vergrößerte sich der Kreis dann noch, und man erzielte gute Erfolge beim Vergleichsschießen und auch beim Pokalschießen mit dem Kleinkalibergewehr der Vierländer Schützengesellschaft.

Im Jahre 1969 wurde das 50-Jährige Bestehen unseres Vereins gefeiert. An den Feierlichkeiten nahmen 19 Vereine teil. Die Festrede wurde von dem Pastor Grau gehalten. Zu diesem Fest konnte der Vorsitzende Gustav Schmidt noch 3 Gründungsmitglieder begrüßen. Es waren Ernst Otto, Albert Harden und Wilhelm Hüge. Von den Ehrenmitgliedern wurde dem Verein ein neues Gewehr gestiftet.

Auf der Jahreshauptversammlung 1972 wurden die Ehrenmitglieder Hermann Scheel und Karl Witthöft mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Beliebt war nach dem Krieg die Theaterfahrt des Vereins. Hier gab es immer die Gelegenheit sich mit Freunden und Bekannten einmal ins Theater fahren zu lassen. Diese Veranstaltung wurde 1976 eingestellt, da sich das Fernsehen immer mehr durchsetzte. Ebenso erging es dem Schützenball, der 1989 zum letzten Mal stattfand. Er begann als gemütlicher Abend. Im laufe der Zeit erfreute er sich so großer Beliebtheit, dass daraus ein Ball wurde, der mit einem gemeinsamen Essen begann.

Durch die Mitglieder, besonders durch unserem Ehrenvorsitzenden Gustav Schmidt, wurden immer neue Freunde gewonnen, die sich bei uns wohlfühlten. So kam es, dass wir Gäste aus der Schweiz, England und der Türkei bei uns begrüßen konnten. Herr Jeener Ergöve aus der Türkei, der sich besonders gut aufgehoben fühlte, überreichte uns bei seinem 2. Besuch einen Kupferteller, welcher bis heute einen Ehrenplatz auf unserem Schießstand inne hat.

1975/76 wurde unser Schießstand umgebaut. Das meiste wurde in Eigenarbeit und mit Hilfe der Familien Lütten und Kaiser gemacht. So hielten sich die Kosten in Grenzen.

Zwischenzeitlich wurden Uniformjacken und Hüte angeschafft, um in der Öffentlichkeit ein einheitliches Bild abzugeben.

Der Schützenkönig 1983, Hermann Wöbb, stiftete dem Verein eine Vereinsfahne, die der jeweilige König als Zeichen seiner Würde hissen darf. Da wollten auch die Damen nicht nachstehen. Thekla Mannel und Petra von Hacht stifteten eine Fahne für die Damen, damit auch die Königin des Vereins zu erkennen ist.

1988 errang mit Helga und Reinhold von Hacht erstmals ein Ehepaar die Königswürde im Verein.

Da die Königin sowie der König 3 Jahre aussetzen müssen, stiftete Gerd Maidorn einen “Pokal der Könige“, der jedes Jahr von den Majestäten als Wanderpokal ausgeschossen wird.

1991 wurde mit Thekla Mannel erstmals eine Frau in das Amt der 2. Vorsitzenden gewählt.

1994 feierten wir unser 75-Jähriges Jubiläum mit drei tollen Tagen. Begonnen Hat es mit einem sehr gut besuchten Kommerzabend, der bis spät in die Nacht andauerte. Auf dem Kommerzabend wurden Reinhold von Hacht und Heinrich Borstelmann als Ehrenmitglieder gekürt. Samstags fand das Schützenfest erstmals ohne Proklamation der neuen Majestäten statt. Sie wurden am Sonntag nach dem Festumzug gekürt.

Seit 1995 richten wir alljährlich ein Wettschießen mit einer Armbrust aus. Hierzu werden von den Vereinen die amtierenden Majestäten mit ihrem Gefolge eingeladen. Dieses schießen erfreut sich großer Beliebtheit. Ebenfalls seit 1995 veranstalten wir im Sommer einen Grillabend, welcher meist beim amtierenden König stattfindet.

Seit 1998 nehmen wir mit einem geschmücktem Wagen am Ernteumzug in Kirchwerder teil. Hatten wir anfangs noch einen einfach geschmückten Wagen, so wird er jedoch von Jahr zu Jahr aufwändiger.